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Sophie von Harder

Große Wohltäterin und Namensgeberin der Schule

Sophie von Harder war die Schwester des adeligen Sanskrit-Gelehrten Otto von Böthlingk und die Ehefrau von Lewis von Harder, dessen Vater David Johann von Harder Leibarzt der Zarin Katharina II war.
Beide Familien waren deutschen Ursprungs, wie viele andere in Russland eingewurzelt und heimisch geworden. 1835 kam die Familie – wegen einer schweren Erkrankung Sophies eigentlich nur auf der Durchreise von St. Petersburg nach Italien – bei einem nicht vorgesehenen Zwischenstopp u.a. nach Obersasbach. Da ihr diese Gegend sehr gut gefiel und Frau von Harders Gesundheitszustand sich merklich besserte, beschloss die Familie sich hier niederzulassen.

Schon sehr bald galt ihr Haus „Das Lindenhaus“ als ein wohltätiger, gastfreier Ort für Menschen aus ganz verschiedenen Lebensbereichen.

Mit besonderem Interesse und großer Anteilnahme verfolgten die Harders von Anfang an die Planung und den Bau der Acherner Pflegeanstalt „Illenau“ unter einem jungen Arzt namens Christian Roller, mit dem sie zunehmend eine enge Freundschaft verband.
Roller erprobte damals schon die halb- oder auch ganztägige Familienpflege von Patienten und fand dabei im „Lindenhaus“ offene Herzen und Türen.

Die von Harders nahmen sich vieler Kranken an und ermöglichten ihnen Tage des Aufatmens und der Stille in ihrem Haus und Park. Immer wieder fanden zu diesem Zweck auch Dichterlesungen und Konzerte für die Pfleglinge der Illenau statt.

Auch die folgende Begebenheit unterstreicht die wohltätige Einstellung der Eheleute: Im Zuge der Planung eines Festes anlässlich der Hochzeit von Großherzog Friedrich und Prinzessin Luise von Preußen übergaben von Harders dem Präsidenten des Acherner Festkomitees fünfzig Gulden und sprachen dabei den Wunsch aus, dass dieselben am nächsten Sonntag zur Speisung der Armen in Ihrer Stadt verwendet werden möchten.

Ein Festteilnehmer berichtet darüber: „Die Krone unseres Festes bildete ein Mittagsmahl, welches die unermüdlichen Wohltäter unserer Gegend, Herr und Frau von Harder auf Lindenhaus, durch Vermittlung des hiesigen Festcomités den Armen der Stadt abreichen ließ.“ Nach dem Tod ihres Mannes 1856, dem „in Berücksichtigung seiner bekannten Mildtätigkeit für Arme in hiesiger Gemeinde“ vier Jahre zuvor die Ehrenbürgerwürde der Stadt Achern verliehen worden war, setzte seine Witwe das begonnene Werk unermüdlich fort. Sie nahm sich auch sonst der Notleidenden an und schreckte selbst vor mühsamen und weiten Wegen zu deren Unterkünften nicht zurück.
Noch in höchstem Alter besuchte sie, angetan mit steigeisenbewährten Holzschuhen, die Armen auf einsam gelegenen Berghöfen, wenn Menschen dort ihre Hilfe brauchten. Neuer Wohnsitz der Witwe war zwischenzeitlich ein kleines Haus in Obersasbach, das sie
Strohhütte“ nannte.
Ihre letzte bescheidene Bleibe war dann das sogenannte
Schwalbennest“, errichtet aus einer ehemaligen Scheune und Stallung eines bäuerlichen Anwesens.

Eine Einheimische schrieb in ihren Erinnerungen über Sophie von Harder: „Frau von Harder war eine große Wohltäterin in Obersasbach und hoch geachtet und geliebt. Sie war eine Frau von einer großen Weite nicht nur des Herzens, sondern auch des Geistes.“
Und an anderer Stelle berichtet die Autorin, wie vor einem Besuch im Obersasbacher Gasthaus „Erlenbad“, dessen junge Wirtin ihre Mutter war, gewarnt wurde, nur weil die Wirtin der evangelischen Kirche angehörte. „Dem trat Frau von Harder mit dem Hinweis auf die christliche Nächstenliebe energisch entgegen, offenbar mit Erfolg.“

Sophie von Harder starb im Dezember 1905, ein halbes Jahr nach ihrem 100. Geburtstag und wurde auf dem Illenauer Friedhof begraben.

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