![]() Aktualisiert 06.02.2012
Die Namensgeberin Sophie von Harder Senden Sie eine E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: sophie-v-harder-schule@sasbach-ortenau.schule.bwl.de ![]() Festakt zur Namensgebung der „Sophie-von-Harder-Schule" -05. Mai 2001- >>> Ein großes Vorbild für Schüler und Lehrer <<< Bei der Feierstunde zur Namensgebung der „Sophie-von-Harder-Schule" in Sasbach wurde ein Baum gepflanzt, der Schüler und Lehrer immer wieder an die Frau mit großem Herzen und tiefem Glauben erinnern soll. Die Vorsitzende des Elternbeirats, Uta Vogel, hatte hierzu eine Linde gestiftet, die sie gemeinsam mit Rektor Jürgen Klemm und den Schülersprechern Sabrina Koch und Martin Fuß pflanzte. Anwesend waren auch zahlreiche Gäste, darunter Schulamtsdirektor Schneidewind, Bürgermeister Ewald Panther und die leider inzwischen verstorbene Sybille Muff, die Ur-Ur-Enkelin Sophie von Harders. ![]() ![]() ![]() Jahrzehntelang galt es in der Schulgeschichte als erstrebenswert, eine Schule nach einer Persönlichkeit zu benennen, betonte Rektor Klemm zu Beginn der Feierstunde, die ein Bläserquartett musikalisch umrahmte. „Leben und Lebenswerk sollten auf diese Weise der Erziehung und Bildung nachfolgender Generationen als Vorbild dienen. In diesem Sinne habe sich die Grund-und Hauptschule im Jahre 1999 zur Aufgabe gemacht, eine geeignete Persönlichkeit für die Namensgebung zu finden. Der Name > Sophie von Harder < wurde von Marianne Bauer und Anita Madlinger ins Spiel gebracht und vorgeschlagen, bei denen sich Rektor Klemm zum feierlichen Abschluss des Projektes „Namensgebung" herzlich bedankte. „Nur die Liebe währet ewig" – unter diesem Leitwort Sophie von Harders – gaben Dr. Gerhard Lötsch und Rezitator Wolfgang Winter einen interessanten Einblick in das Leben der Persönlichkeit, die 1805 in St. Petersburg zur Welt kam. Sie war eine Frau, deren Leben geprägt war von einem tiefen Glauben, von einer offenen Sicht der Dinge und der Welt und vor allem von einer großen Liebe zu den Mitmenschen. Es war dies eine Liebe, die nicht nur ein Gefühl war sondern sich in ganz konkretem Tun und Handeln äußerte,Aus den Tagebuchaufzeichnungen wurde deutlich, dass sich die Harders, nachdem sie St, Petersburg verlassen hatten, neben ihren Reisen nach Italien auch gerade im Schloss Aubach bei Lauf und im Lindenhaus in Sasbach sehr, sehr wohl fühlten, dort„einfach glücklich waren. Das dortige Haus der Familie war stets auch ein offenes Haus für alle Mitbürger. Bürgermeister Panther wies in seinen Grußworten darauf hin, dass die Gemeinde Sasbach die Herausgabe des Buches über Sophie von Harder von Dr. Lötsch tatkräftig unterstützen wolle. Der Schule sprach er in diesem Zusammenhang sein Kompliment aus, sich für diesen Namen und dieses Vorbild entschieden zu haben. Mit wohl geformten Versen beglückwünschte Schulamtsdirektor Schneidewind die Grund- und Hauptschule Sasbach zu ihrer Namensgebung und wünschte ihr „den Geist, den Sophies Namen ihr verheißt. Zu aller Freude war, wie schon anfangs erwähnt, auch die Ur -Ur-Enkelin Sibylle Muff eigens aus der Schweiz angereist und verfolgte aufmerksam die Feierstunde.„Obersasbach war für uns Kinder ein Paradies, betonte sie eindrücklich". Dann erzählte sie von dem Indianerzelt unter der Tanne, von der Strohhütte und dem Barfußlaufen zum Lindenhaus. In ihrer Erinnerung war Sophie von Harder immer eine Frau, die weltoffen war, die mehrere Sprachen beherrschte und die „eine sehr kluge und liebende Frau" war. ![]() Künstlerin Annemarie Heckele aus Lauf bei der Herstellung des Tonmodells für die Bronzeplastik „Helferin in Not" Die Sophie-von-Harder-Schule heißt Sie herzlich Willkommen! Die Namensgeberin Die Namensgeberin der Schule: Sophie von Harder - eine große Wohltäterin - ![]() Sophie von Harder war die Schwester des adeligen Sanskrit-Gelehrten Otto von Böthlingk und die Ehefrau von Lewis von Harder, dessen Vater David Johann von Harder Leibarzt derZarin Katharina II. war. Beide Familien waren deutschen Ursprungs, wie viele andere in Russland eingewurzelt und heimisch geworden.1835 kam die Familie – wegen einer schweren Erkrankung Sophies eigentlich nur auf der Durchreise von St. Petersburg nach Italien – bei einem nicht vorgesehenen Zwischenstopp u.a.nach Obersasbach.Da ihr diese Gegend sehr gut gefiel und Frau von Harders Gesundheitszustand sich merklich besserte, beschloss die Familie sich hier niederzulassen. Mit besonderem Interesse und großer Anteilnahme verfolgten die Harders von Anfang an die Planung und den Bau der Acherner Pflegeanstalt „Illenau" unter einem jungen Arzt namens Christian Roller, mit dem sie zunehmend eine enge Freundschaft verband. Roller erprobte damals schon die halb- oder auch ganztägige Familienpflege von Patienten und fand dabei im „Lindenhaus" offene Herzen und Türen. Eine Einheimische schrieb in ihren Erinnerungen über Sophie von Harder: „Frau von Harder war eine große Wohltäterin in Obersasbach und hoch geachtet und geliebt. Sie war eine Frau von einer großen Weite nicht nur des Herzens, sondern auch des Geistes." Und an anderer Stelle berichtet die Autorin, wie vor einem Besuch im Obersasbacher Gasthaus „Erlenbad", dessen junge Wirtin ihre Mutter war, gewarnt wurde, nur weil die Wirtin der evangelischen Kirche angehörte. „Dem trat Frau von Harder mit dem Hinweis auf die christliche Nächstenliebe energisch entgegen, offenbar mit Erfolg." Ein Festteilnehmer berichtet darüber: „….Die Krone unseres Festes bildete ein Mittagsmahl, welches die unermüdlichen Wohltäter unserer Gegend, Herr und Frau von Harder auf Lindenhaus, durch Vermittlung des hiesigen Festcomités den Armen der Stadt abreichen ließ."Nach dem Tod ihres Mannes 1856, dem „in Berücksichtigung seiner bekannten Mildtätigkeit für Arme in hiesiger Gemeinde" vier Jahre zuvor die Ehrenbürgerwürde der Stadt Achern verliehen worden war, setzte seine Witwe das begonnene Werk unermüdlich fort. Sie nahm sich auch sonst der Notleidenden an und schreckte selbst vor mühsamen und weiten Wegen zu deren Unterkünften nicht zurück. Noch in höchstem Alter besuchte sie, angetan mit steigeisenbewährten Holzschuhen, die Armen auf einsam gelegenen Berghöfen, wenn Menschen dort ihre Hilfe brauchten.Neuer Wohnsitz der Witwe war zwischenzeitlich ein kleines Haus in Obersasbach, das sie „Strohhütte" nannte. Ihre letzte,bescheidene Bleibe war dann das sogenannte „Schwalbennest", errichtet aus einer ehemaligen Scheune und Stallung eines bäuerlichen Anwesens. Auch die folgende Begebenheit unterstreicht die wohltätige Einstellung der Eheleute. Im Zuge der Planung eines Festes anlässlich der Hochzeit von Großherzog Friedrich und Prinzessin Luise von Preußen übergaben von Harders dem Präsidenten des Acherner Festkomitees fünfzig Gulden und sprachen dabei den Wunsch aus, „dass dieselben am nächsten Sonntag zur Speisung der Armen in Ihrer Stadt verwendet werden möchten. Sophie von Harder starb im Dezember 1905, ein halbes Jahr nach ihrem 100. Geburtstag, und wurde auf dem Illenauer Friedhof begraben. ![]() Schon sehr bald galt ihr Haus, „das Lindenhaus", als ein wohltätiger, gastfreier Ort für Menschen aus ganz verschiedenen Lebensbereichen. ![]() Die von Harders nahmen sich vieler Kranken an und ermöglichten ihnen Tage des Aufatmens und der Stille in ihrem Haus und Park. Immer wieder fanden zu diesem Zweck auch Dichterlesungen und Konzerte statt für die Pfleglinge der Illenau. ![]() |